Microsofts Bing Suchmaschine gestartet – Test
Eigentlich sollte die neue Suchmaschine von Microsoft erst am 03. Juni 2009, sprich übermorgen, online gehen. Doch aus unbekannten Gründen wurde der Termin nun auf den Monatswechsel Mai – Juni vorverlegt. Obwohl die deutsche Version der Suchmaschine noch die letzte Beta ist wurde auch hierzulande die alte Live Search schon abgeschaltet und die Domain www.live.com auf die neue Suchmaschine umgeleitet. In den USA läuft mittlerweile schon die finale Version auf den Servern die aber scheinbar nicht viel Veränderungen zur letzten Beta aufweist. Das neue Suchportal der Redmonder soll ihnen nun endlich einen größeren Anteil am Onlinemarkt verschaffen und wenigstens ein bisschen an Googles Vormachtstellung auf dem Suchmaschinenmarkt rütteln. Ob dem allerdings so wird wage ich noch stark zu bezweifeln, zuwenige sichtbare Innovationen gibt es im Vergleich zu Live.
Der Test:
Bing ist eine schlichte, einfach zu bedienende und übersichtliche Suchmaschine von Microsoft. Im Vergleich zur alten Live-Search wirkt Bing deutlich aufgeräumter und sortierter. An einigen Stellen wirkt es allerdings so als wären die Crawler noch nicht ganz fertig mit ihrer Arbeit. So sind einige Seiten noch gar nicht im Index und von anderen sind Uraltversionen gecached, zumindest was die Beschreibungen und Titel angeht. Vor allem Foren und diverse Hilfeseiten, auf denen Leute fragen stellen können und andere User antworten, sind auf den ersten Seiten nur sehr spärlich vertreten. Dies spült natürlich viele kommerzielle Angebote nach vorn, was im Zweifelsfall nicht optimal für den Suchenden ist. Viele hilfreiche Features die in Google schon seit Jahren existieren sind bei Bing einfach vergessen worden. So gibt es den Text “meinten sie: ….” schlichtweg nicht wenn man sich mal vertippt hat. Im besten Fall gibt es eine kleine Meldung, dass eine andere Suchphrase in die Ergebnisse inkludiert wurde. Die Bildersuche hingegen überzeugt nicht nur durch viele Treffer, sondern auch durch Eingrenzungskriterien in der Rechten Spalte. So kann man nach der Suche einstellen Welche Größe, Farbe oder Form (Auflösung, bunt / Farbton / schwarz-weis, quadratisch / breit / hoch) man sucht und zudem noch ob es sich um ein Foto oder eine Grafik handeln soll. Ähnlich sieht es auch bei der Videosuche aus. Besonderes Feature ist hier: wenn man mit der Maus über ein Video fährt wird dieses als Vorschau abgespielt. Die Maps funktionieren zum momentanen Zeitpunkt nur ser schleppend bis gar nicht hier hat auch Google wieder die Nase vorn.
Zensur, Sperrung, Filter:
“Der Suchbegriff ….. führt möglicherweise zu sexuell eindeutigen Inhalten. Ändern Sie Ihre Suchbegriffe, um Ergebnisse zu erhalten.” Solche Antworten liefert Bing wenn es im Suchbegriff ums Thema Erotik oder ähnliches geht. Darunter stehen dann keine Treffer. Im besten Fall als Jugendschutzfilter gedacht aber schlecht gemacht, denn selbst nach der Anmeldung erhält der Nutzer keine Möglichkeit diesen Filter umzustellen. Erstaunlich oder typisch amerikanisch?: Suchanfragen mit Inhalten zu Gewalt und Ähnlichem werden nicht gefiltert und auch mit keinerlei Warnung versehen.
Fazit:
Für die Textsuche ist Bing noch alles andere als brauchbar hier hat Google die Nase immer noch weit vorn. Damit kann sich Microsoft sicher keine neuen Kunden sichern. Bei der Bilder- und Videosuche werde ich in Zukunft sicherlich eher mal Bing benutzen, da man hier recht bequem viel einstellen kann was man sucht und bei den Videos eine schnelle Vorschau hat. Alles in allem sehe ich dennoch nicht so viel Potential in Bing wie es sich die Redmonder wünschen. Um Google ernsthaft Besucher abzuluchsen fehlt einfach die Innovation.
Wer sich selbst ein bild machen möchte geht einfach auf: www.bing.de
